Parken im Ausland funktioniert teilweise etwas anders als in Deutschland. Wenn Du mit dem Auto in den Urlaub fährst, solltest Du Dich vorher informieren. Der Grund: in vielen Ländern wird deutlich schneller abgeschleppt als hierzulande. Und die Kosten summieren sich, wenn ein Strafzettel aus dem Ausland eintrifft, zumal Falschparken in einigen Ländern deutlich teurer als in Deutschland ist. Beachten solltest Du die Farbmarkierungen auf dem Asphalt, die vielerorts Aufschluss über Parkzonen oder Parkverbote geben. Mit der deutschen Parkscheibe bist Du in den meisten europäischen Ländern auf der sicheren Seite – allein in Österreich gilt sie nicht. Hinzu kommen in vielen EU-Staaten Apps oder die Kennzeichenerfassung, was unter dem Strich sogar eine Vereinfachung bedeutet.
Parken im Ausland lässt sich einfach bewerkstelligen, sofern Du die Verkehrsregeln im Urlaubsland kennst. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind enorm, zudem existieren von Stadt zu Stadt abweichende Regeln, die beispielsweise Umweltzonen entsprechen. Die wichtigsten Punkte, die Du beachten solltest sind:
In Deutschland ist die Parkscheibe allgegenwärtig. Ob in der Papierform, aus Kunststoff oder digital: das System ist hierzulande seit den frühen 1960er Jahren etabliert und seit 1971 Teil der Straßenverkehrsordnung (StVO). 1979 wurde in der Europäischen Union eine einheitliche Regelung beschlossen, als Designvorlage gilt das Blau-Weiß, das in Deutschland seit 1981 verbindlich vorgegeben ist.
Je nach Land existieren jedoch erhebliche Unterschiede in den Details, so zum Beispiel in Österreich, wo die Gestaltung abweicht und ein anderes System mit Viertelstunden-Skalierungen genutzt wird. Viele andere Länder, darunter Italien, Dänemark sowie die Schweiz, Frankreich und Kroatien nutzen optisch das EU-System und damit eine Parkscheibe wie in Deutschland.
In Österreich weicht die Parkscheibe ab und es handelt sich um eines der wenigen Länder, in denen die deutsche EU-Parkscheibe nicht gilt. In Kroatien spielt die Parkscheibe eine untergeordnete Rolle und auch in Italien musst Du Sie nur dann nutzen, wenn explizit der Begriff „Disco Orario“ auf einem Schild oder einer Bodenmarkierung vorhanden ist. Hier sind die farblichen Markierungen der Parkzonen von großer Bedeutung. In der Schweiz entspricht die Parkscheibe der deutschen Variante, allerdings existieren Regionen oder Städte, in denen die Mittagszeitnicht mitgerechnet werden. Es lohnt sich daher, genauer hinzuschauen. Frankreich rückt mehr und mehr von der Parkscheibe ab und setzt auf digitale Systeme, die Niederlande beschränken den Einsatz auf die City sowie Wohngebiete und Shoppingbereiche. Sehr häufig anzutreffen ist die Parkscheibe allein in Dänemark, allerdings weitgehend bereits in der elektronischen Form.
Auf einen Blick:
Land | Parkscheibe gültig? | Besonderheit |
Österreich | nein | Kurzparken meist mit Parkschein, zudem 15-Minuten-Schritte und anderes Design |
Schweiz | ja | teilweise kompliziertes System |
Niederlande | ja | in blauen Zonen |
Kroatien | ja | kaum verwendet |
Frankreich | ja | Kurzparken kommunal geregelt |
Italien | ja | nur bei „Disco Orario“ Hinweis |
Dänemark | ja | vor allem elektronisch |
Anders als Deutschland, setzen viele europäische Länder auf Parkzonen anstelle von Schildern. Die Markierungen befinden sich somit direkt auf dem Asphalt, was eine Umstellung bedeutet kann. Hierzulande werden Parkplätze mit weißen Linien markiert, die gelbe Farbe kommt bei Baustellen zum Zuge. Blaue Zonen wie im Ausland existieren so gut wie nicht und andere Farben ebenfalls nicht.
Anders sieht dies in Österreich aus, wo die blaue Markierung eine Kurzparkzone kennzeichnet und gelb markierte Bereich ein Park- oder Halteverbot anzeigen. In Italien bedeutet ein weißer Parkplatz, dass Du kostenlos parken darfst, blaue Zonen stehen wiederum für gebührenpflichtiges Parken und gelb sind die reservierten Parkplätze. Eine Besonderheit sind die rosafarbenen Flächen für Familien und Schwangere. In der Schweiz ist Blau dem Kurzparken vorbehalten, Gelb meint ein Parkverbot und die normalen Parkplätze sind weiß, Frankreich nutzt eine identische Regelung, wobei die blauen Bereiche nicht immer dieselben Zeiten ermöglichen und regional variieren. Auch die Niederlande nutzt die Markierung blau für Parkscheiben-Parkplätze, gelb für das Halte- und Parkverbot und Weiß für die klassischen Parkplätze. Kroatien verzichtet auf blaue Bereiche und setzt, ähnlich wie in Deutschland, eher auf Schilder.
Land | blaue Markierung | gelbe Markierung | weiße Markierung | rosa Markierung |
Österreich | Kurzparken | Park- oder Halteverbot | normale Parkplätze | |
Schweiz | Kurzparken (kostenlos und mit Parkscheibe) | Park- oder Halteverbot | normale Parkplätze (Gebühren) | |
Niederlande | Parken mit Parkscheibe | Park- oder Halteverbot | normale Parkplätze | |
Kroatien | Park- oder Halteverbot | normale Parkplätze | ||
Frankreich | Kurzparken (kostenlos und mit Parkscheibe) | Park- oder Halteverbot | normale Parkplätze | |
Italien | gebührenpflichtig | reservierte Parkplätze | kostenloses Parken | Familien / Schwangere |
Dänemark | Kurzparken | Park- oder Halteverbot | normale Parkplätze |
Wer übrigens den Blick über den Tellerrand hebt und in weitere europäische Länder blickt, findet dort auch grüne Zonen für Bewohner:innen-Parken (Spanien und Portugal) oder rote Linien in Großbritannien, die ein Halteverbot anzeigen.
Parken in Österreich funktioniert anders als in Deutschland. Relevant sind in unserem südlichen Nachbarland vor allem Zonen, in die Du einfährst und in denen dann bestimmte Regeln gelten. Meist handelt es sich dabei um Kurzparkzonen mit blauer Markierung, wobei die Dauer des Parken am Anfang der Zone markiert ist. Musterbeispiel hierfür ist Wien, wo nahezu die gesamte Stadt eine einzige Kurzparkzone mit maximal zwei Stunden Dauer ist.
Mit der deutschenParkscheibe darfst Du in Österreich leider nicht parken, da die österreichische Variante eine feinere Skalierung auf Viertelstunden vorsieht. In der Regel funktioniert das Parken in Österreich allerdings so, dass Parkscheine und Apps genutzt werden.
Eine Besonderheit ist die Gebührenpflicht, die bereits beim Halten und Warten gilt. Ein Verstoß gegen die Parkregelung zieht eine Strafverfügung nach sich und Bußgelder können auch über die Grenzen hinweg gefordert werden.
Parken in Italien bedeutet, dass Du Dich stark an farbigen Zonen orientieren kannst. Weiße Linien bedeuten oft – aber leider nicht immer – kostenloses Parken. Achte zudem auf Schilder, denn teilweise heißt es dort, dass nur „Residenti“, also Anwohner parken dürfen. Zudem ist in weißen Zonen oftmals eine Parkscheibe vonnöten.
Blaue Linien oder Flächen bedeuten kostenpflichtige Parkplätze, wobei Du die Parktickets entweder via App oder am Automaten, teilweise auch in einem Tabacchi buchst. In gelben Zonen darfst Du als Tourist nicht parken.
Aufpassen musst Du in den ZTL-Zonen. Die Abkürzung steht für die „Zona a Traffico Limitato“ und somit einen verkehrsberuhigten Bereich. Diese findest Du oft in den Innenstädten und die Einfahrt wird durch Kameras überwacht und kann teuer werden. Mit anderen Worten ist in einer ZTL-Zone nicht nur das Parken, sondern sogar das Einfahren verboten. Die Kosten liegen bei rund 100 Euro für einen Verstoß und der Bußgeldbescheid kann mitunter Monate nach dem Urlaub eintreffen.
In der Schweiz existieren Blaue Zonen, in denen mit Parkscheibe geparkt werden kann. Beachte hierbei jedoch, dass zur Mittagszeit und am Abend Ruhezeiten gelten, die das Parken automatisch verlängern. In weißen Zonen musst Du in aller Regel bezahlen, was auch in Parkhäusern gilt. Fehler können teuer werden, denn die Bußgelder in der Schweiz gelten im Vergleich zu Deutschland als eher hoch.
In Frankreich sind farbige Parkzonen üblich, zudem nutzen die Franzosen meist digitale Systeme und Apps aber auch Parkautomaten. Normale Parkplätze sind mit weißen Linien gekennzeichnet, werden aber zudem mit Schildern markiert und können somit auch gebührenpflichtig sein. In der Zone Bleue ist die Parkdauer begrenzt und vor allem in den großen Städten wird bei Verstößen schnell abgeschleppt. Die Höhe der Bußgelder ist übrigens regional verschieden. Besondere Regeln gelten in Paris, wo das Parken sehr teuer ist und SUV oder schwere E-Autos noch etwas mehr zahlen müssen. Des Weiteren existieren viele Umweltzonen.
In den Niederlanden wird Dein Kennzeichnen beim Parken meist digitalerfasst und es existieren viele Parkhäuser. Vermeiden solltest Du das Parken in Bewohnerparkzonen, die vor allem in den Innenstädten oft anzutreffen sind. Geparkt wird meist in blauen Zonen, in denen jedoch eine Parkscheibe vorgeschrieben und die Parkzeit begrenzt ist. In Amsterdam ist das Parken besonders teuer, weshalb Du vor allem auf Park+Ride (P+R) setzen solltest.
In Kroatien ist das Parken in den Städten meist mit Gebühren verbunden. Anhand der Farben erkennst Du, ob die Parkscheibe ausreicht oder Du digital zahlen bzw. den Parkscheinautomaten nutzen musst. Je nach Stadt gelten unterschiedliche Regelungen und vor allem in touristischen Gebieten wird viel kontrolliert und es werden auch Bußgelder verhängt oder sogar abgeschleppt.
In Dänemark kommt meist die Parkscheibe alias Parkeringsskive zum Einsatz, die auch elektronisch sein darf. In den Innenstädten musst Du nahezu immer bezahlen und sobald Du zu lange parkst, wird ein Bußgeld verhängt. Die Bußgelder sind höher als in Deutschland. In Kopenhagen ist besonders, dass viele farbige Zonen existieren und diese die Parkgebühren anzeigen und auch hier wird viel kontrolliert.
Falschparken im Ausland kann teuer werden. Einerseits liegen die Bußgelder in vielen europäischen Ländern über denen in Deutschland, andererseits gelten kurze Zahlungsfristen und die Vollstreckung kann jederzeit auch über die Grenze erfolgen.
Land | Kosten für Falschparken mind. | Abschleppen? |
Österreich | 20 bis 35 € | Ja, häufiger als in Deutschland |
Schweiz | ab 45 € | Ja, häufiger als in Deutschland |
Niederlande | 73 € | Ja, häufiger als in Deutschland |
Kroatien | 13 bis 20 € | Ja, häufiger als in Deutschland |
Frankreich | 17 bis 35 € | Ja, häufiger als in Deutschland |
Italien | 29 bis 42 € | Ja, häufiger als in Deutschland |
Dänemark | 70 bis 100 € | Ja, häufiger als in Deutschland |
Park-Apps und digitales Parken arbeiten mit der Kombination aus erfasstem Autokennzeichen und Position. Zu unterscheiden ist zwischen Systemen, die lokal Dein Kennzeichen erfassen, was meist per Kamera erfolgt oder Apps, bei denen Du einen eigenen Account nutzt und die Parkzone via GPS lokalisiert wird aber auch auf Schildern angezeigt wird. In allen Fällen kannst Du bequem digital bezahlen und brauchst weder Kleingeld noch eine Kreditkarte. Möglich ist dies zum Teil auch durch Scannen eines QR-Codes, sodass Du viele Möglichkeiten nutzen kannst.
Wenn Du auf der sicheren Seite sein möchtest, informiere Dich im Vorfeld über sicheres Parken im Ausland. Clever ist das Installieren verschiedener Park-Apps, um auch digital die Parkgebühren zahlen zu können und natürlich macht auch Sinn, ausreichend Bargeld und eine Kreditkarte mitzuführen. Wenn Du unsicher bist, mache vor Ort ein Foto Deines Parkplatzes, das Du im Falle eines Bußgeldes eventuell als Nachweis Deiner Unschuld verwenden kannst.
Parken im Ausland erfordert ein wenig Vorbereitung. In vielen Ländern wird mit Parkzonen und Kennzeichnungen direkt auf dem Asphalt und weniger mit Schildern gearbeitet. Ein Pluspunkt ist die verstärkte Nutzung digitalerSysteme und das Parken via App. Wenn Du Dich gut vorbereitest, parkst Du sorgenfrei – Informationen findest Du zahlreich im Internet.

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