
CUPRA Raval und VW ID.Polo sind technisch verwandt aber unterschiedlich. Der CUPRA Raval ist sportlich, wild und cool, der VW ID.Polo eher praktisch und klassisch. Den ID.Polo bekommst du zu einer UVP von 24.991 Euro, der Raval ist mit 25.950 Euro nur unwesentlich teurer. Beide Modelle nutzen den Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB+) – der Raval bietet zudem verspielte Lifestyle-Features, während Du mit dem VW ID.Polo eine sichere Wahl triffst. Die Zielgruppe ist entsprechend beim CUPRA Raval jünger, der ID.Polo überführt im Grunde den Klassiker Polo von der Verbrenner- in eine Elektro-Version. Beide Modelle passen perfekt in die City, eignen sich für Pendler:innen und bieten ausreichend Platz für vier Personen.
Der Vergleich CUPRA Raval vs. VW ID.Polo offenbart vor allem beim Design Unterschiede. Der MEB+ Baukasten zeigt hier seine Vielfalt. Da ist der CUPRA Raval: radikal, ungezähmt, wild und da ist der VW ID.Polo, der den Spirit des VW Polo konsequent weiterführt.
Nicht umsonst nennt der Hersteller seinen CUPRA Raval das „most radical full electric urban car“ und packt viele Emotionen in die Formgebung. Die Front wird von einer aggressiven Sharknose und beleuchtetem Logo geprägt, zudem finden sich Matrix-LED-Scheinwerfer. Die Seitenlinie gleicht der eines Coupés und ist fließend, inklusive bündiger Türgriffe. Am Heck erweist sich der CUPRA Raval mit seinen 3D-Infinity-Leuchten und dem ebenfalls beleuchteten Tribal-Logo als Hingucker. Das Modell ist tiefergelegt und verfügt über Leichtmetallräder in 19 Zoll mit Kupferoptik.
Und der VW ID.Polo? Hier wird die neue Designsprache Pure Positive formuliert, die aus dem Volkswagen Designzentrum in Wolfsburg stammt. Klarheit ist in der Formgebung Trumpf: keine Schnörkel, was zu einem herausragenden cw-Wert von 0,264 führt. Die Front ist geschlossen und kompakt, die Scheinwerfer schmal und durch ein LED-Leuchtband verbunden. Zudem bietet der elektrische Polo einen langen Radstand und verzichtet weitgehend auf Ecken und Kanten. Die Schulterlinie bleibt glatt, das Dach fällt nicht so stark ab wie bei einem Coupé und die Heckklappe steht aufrecht. Das Design wirkt zeitlos, dafür aber nicht so auffällig wie beim Raval.
Beide Fahrzeuge spiegeln natürlich auch das Image ihrer Marke wider. CUPRA als Sportmarke, die ja auch aus der SEAT-Rennsportabteilung hervorgegangen ist und VW als Volumenmarke. Zu bedenken ist dabei, dass sich der Polo bereits mehr als 30 Millionen Mal verkauft hat und niemandem mehr etwas beweisen muss.
Im Innenraum werden die unterschiedlichen Designansätze ebenfalls deutlich. Beim Raval genießt Du dynamische Projektionen und eine umfangreiche Ambientebeleuchtung und Sportschalensitze aus veganem Leder mit hohem Recycling-Anteil. Auch bietet der Spanier ein Panoramaglasdach.
Der ID.Polo orientiert sich im Innenraum an höheren Segmenten und nutzt beispielsweise die bewährten Türöffner aus dem T-Roc, ein Armaturenbrett mit Stoffbespannung und neuerdings auch wieder etwas mehr physische Tasten und Schalter, die die Slider ersetzen. Ein Highlight sind die elektrisch einstellbaren Sitze mit Massagefunktion.
Technisch sind CUPRA Raval und VW ID.Polo nahezu identisch. Die MEB+-Plattform führt beim Volkswagen zu einem Fahrzeug mit 4,05 Meter Länge und einer Höhe von 1,53 Meter. Die Länge ist beim Raval nahezu identisch, die Höhe liegt hier jedoch nur bei 1,51 Meter.
Die Breite ist aufgrund der identischen Plattform gleich, wobei der Raval eine breitere Spur nutzt und dadurch breiter wirkt. Beim Laderaum liegen die Geschwister mit rund 430 Liter (Raval) gegenüber 435 Liter (ID.Polo) nahezu gleichauf, der Polo bietet bei umgeklappten Rücksitzen sogar 1.243 Liter, der Raval liegt im ähnlichen Bereich.
Der Unterschied liegt in der Form des Kofferraums, der beim Raval nach unten breiter wird und beim VW ID.Polo eher glatt und rechteckig ausfällt und daher etwas leichter nutzbar ist. Dies zeigt sich auch bei der Heckklappe, die beim elektrischen Polo aufrechter steht und daher ein Plus an Öffnung schafft.
Auch in der Antriebsarchitektur bewegen sich CUPRA Raval und VW ID.Polo im Gleichschritt. Konkret bedeutet dies 400-Volt-Architektur sowie die Wahl zwischen einem kleineren LFP-Akku mit 37 kWh oder dem NMC-Akku mit 52 kWh netto. Zudem nutzen beide Fahrzeuge Frontantrieb, was bei VW ein Novum innerhalb der ID.Familie bedeutet. In der Ladeleistung bieten beide Fahrzeuge 130 kW und auch die Reichweite liegt bei beiden Fahrzeugen bei maximal 450 Kilometer nach WLTP. Real könnte der ID.Polo jedoch ein bisschen weiter kommen, da dieses Modell nicht so sportlich ausgelegt ist und weniger breite Reifen fährt.
Hinsichtlich der Leistung werden dieselben Motoren verbaut, womit das Spektrum bei 116 PS beginnt und bei maximal 226 PS endet. Von 0 auf 100 km/h spurtet der Raval in 6,8 Sekunden, was dem VW ID.Polo in der angekündigten GTI-Version ebenfalls gelingen sollte. Kleine Unterschiede könnten sich bei der Höchstgeschwindigkeit ergeben, denn der Raval VZ Extreme bringt bis zu 175 km/h gegenüber 160 km/h.
In der Ausstattung zeigen sich einige Unterschiede zwischen dem CUPRA Raval und dem VW ID.Polo. Du genießt zwar in beiden Modellen echtes Luxus-Feeling, doch wird dies mitunter individuell interpretiert.
Dies zeigt ein Blick auf die Assistenzsysteme, die grundsätzlich aus demselben Regal stammen. Hier ließe sich allenfalls darauf hinweisen, dass Extras wie der Travel Assist mal sportlicher, mal komfortablerabgestimmt sind und auch das Fahrwerk beim Raval direkter anspricht.
Unterschiede zeigen sich allerdings im digitalen Bereich und beim Infotainment:
CUPRA Raval | VW ID.Polo | |
Touchscreen | 12,9 Zoll | 12,9 Zoll |
Cockpit | 10,25 Zoll | 10,25 Zoll |
Besonderheit | Head-Up-Display, Enhanced Interaction Light, Performance- und Fahrdynamik-Anzeigen | Retro-Modus, klassische Drehregler, Head-Up-Display |
Betriebssystem | Android | ID.Software 6.0 (Android) |
Soundsystem | Sennheiser (12 Lautsprecher) | Harman.Kardon |
Der Preis liegt sowohl beim CUPRA Raval als auch beim VW ID.Polo im Bereich von 25.000 Euro, wobei der Polo mit einer um rund 1.000 Euro günstigeren UVP für die Basisversion auf dem Markt erscheint. Die Zielgruppe ist klar unterschieden:
– jung
– sportlich
– lifestyle-orientiert
Der CUPRA Raval steht für Fahrspaß und Emotion und setzt ein Statement.
– vernünftig
– alltags-orientiert
– mittleres Alter
Der VW ID.Polo steht für Alltagstauglichkeit und Solidität und versteht sich als Gebrauchsgegenstand.
Sowohl der CUPRA Raval als auch der VW ID.Polo eignen sich als Stadtfahrzeug und für den Alltag. Der Raval ist jedoch das sportlichere Fahrzeug, mit dem Du ein echtes Ausrufezeichen setzt. So ein Auto fährt nicht jede:r.
Der VW ID.Polo fährt in den Reifenspuren des legendären Polo und macht somit fast alles richtig. Mit diesem Auto machst Du ganz sicher nichts falsch, sorgst aber auch nicht für einen Hingucker.