Die elektrische Sitzeinstellung bietet ein Plus an Komfort, vor allem in Fahrzeugen der Mittel- und Oberklasse. Im englischen ist von einem „Power Seat“ die Rede und in der Tat existieren zahlreiche Möglichkeiten, Deinen Sitz und den Deiner Beifahrer:innen elektrisch einzustellen. Erste Beispiele fanden sich schon in den 1950er Jahren, vor allem bei US-Fahrzeugen wie dem Ford Thunderbird. Mercedes-Benz integrierte 1980 erstmals eine entsprechende Funktion in der S-Klasse der Baureihe 126 und mittlerweile bieten Luxusfahrzeuge neben der reinen elektrischen Sitzverstellung auch Massageprogramme und diverse Klimatisierungsfunktionen.
Wie der Name schon sagt, bewirkt die elektrische Sitzeinstellung, dass Dein Sitz ohne mechanisches Zutun auf Deine Körpergröße eingestellt wird. Bei der manuellen Einstellung musst Du selber Hebel bedienen, was hier elektronisch erfolgt. Die Vorteile bestehen unter anderem in einer stufenlosen Abstimmung, die bei manuellen Sitze so nicht vorhanden ist. Des Weiteren können sich die computergesteuerten Sitze Deine bevorzugte Position merken und diese in Form eines Profils abrufen.
Technisch funktioniert die elektrische Sitzeinstellung über kleine Motoren, die mit Energie aus dem Bordnetz versorgt werden. Die Steuerung erfolgt über ein Steuergerät und Spindelantriebe. Teilweise werden mehr als zehn Elektromotoren für die Sitze in einem Fahrzeug verbaut, sodass nahezu in jedem Bereich individuelle Einstellungen möglich sind. Konkret bedeutet dies sowohl eine Steuerung vor und zurück als auch nach oben oder unten, was schon einmal vier Wege bedeutet. Die Höhe kann vorne und hinten unterschiedlich eingestellt werden und auch der Winkel der Rückenlehne sowie die Lendenwirbelstütze kann elektrisch eingestellt werden. „Einstellen“ meint, dass eine Spindel gedreht wird und sich eine auf dieser und dem Sitz befestigte Mutter entlang der Spindel bzw. des Gewindes bewegt und so für die Sitzeinstellung sorgt.
Eine Erweiterung der elektrischen Sitzeinstellung ist die Memory-Funktion. Damit diese funktioniert, muss auch ein Steuergerät integriert sein.
Das Steuergerät für die Memory-Funktion ist in der Lage, Sitzpositionen genau zu erkennen und abzuspeichern. Du kannst Deine Sitzposition abspeichern und jederzeit wieder abrufen, teilweise sogar in Kombination mit der gewünschten Einstellung für Klimaanlage, Spiegel, Lenkradeinstellung und so weiter.
Die Vorteile der Memory-Funktion liegen auf der Hand. Wenn mehrere Personen ein Fahrzeug nutzen, müssen diese nicht individuell Ihren Sitz einstellen, sondern rufen einfach das gewünschte Profil auf. Den Rest erledigt die Elektronik im Fahrzeug. Ein Funfact ist dabei, dass schon in den 1950er Jahren eine entsprechende Funktion mit der Bezeichnung „Dial-a-Matic“ und Wählscheiben existierte und zwar im Ford Thunderbird und dem Mercury Turnpike Cruiser. Natürlich ermöglicht eine moderne Memory-Funktion auch einen schnellen Wechsel der Fahrer:innen.
In besonders komfortablen Fahrzeugen wird die elektrische Sitzeinstellung sowohl vorne als auch hinten angeboten.
Die Funktionen im Fond sind gegenüber denen im vorderen Bereich ein wenig eingeschränkt, schlichtweg, weil weniger Platz vorhanden ist. Nichts desto Trotz bieten Premium-Fahrzeuge sowohl eine Verstellung der Rückenlehne als auch der Sitzfläche und kombinieren dies ebenfalls mit der Memory-Funktion.
Eingesetzt wird die elektrische Sitzeinstellung hinten insbesondere bei Chauffeurlimousinen. Zudem handelt es sich um ein wichtiges Feature für Langstreckenfahrten, die für eine gesunde und ergonomische Haltung sorgen und Rückenschmerzen vorbeugen.
Eine elektrische Sitzeinstellung bietet sowohl Vor- als auch Nachteile.
Vorteile | Nachteile |
höherer Sitzkomfort | höheres Gewicht = mehr Verbrauch |
individuelle Einstellung möglich | reparaturanfällige Technik aufgrund diverser Elektromotoren |
gesündere Ergonomie | mehr Stromverbrauch bei Elektroautos |
angenehmeres Fahren auf der Langstrecke | teilweise komplizierte Bedienung komplexerer Systeme |
präzise und stufenlose Einstellung | Fahrzeug ist aufgrund der Produktionskosten teurer |
höherer Wiederverkaufswert des Fahrzeugs | gelegentlich Probleme mit Software-Updates |
Die elektrische Sitzeinstellung sollte stets perfekt auf Dich eingestellt sein. Falsches Sitzen verursacht Rückenschmerzen, weshalb Du dem Aspekt der Ergonomie großes Augenmerk schenken solltest. Du sitzt dann richtig, wenn Du ohne Anstrengung und komplettes Durchstrecken der Beine an die Pedale gelangst und Deine Schultern gleichzeitig die Rückenlehne berühren. Die Sitzhöhe sollte Dir ermöglichen, sowohl die Instrumente als auch die Fahrbahn im Blick zu behalten, etwa in der Mitte der Windschutzscheibe.
Elektrisch einstellbare Sitze enthalten viel Technologie und zahlreiche Bauteile. Um diese in gutem Zustand zu erhalten, solltest Du rund alle zwei Monate die Sitzschienen von Staub und Schmutz oder auch Münzen, Essensresten etc. mit dem Staubsauger befreien und darauf achten, dass alle beweglichen Teile problemlos funktionieren. Du stellst dies sicher, indem Du mit Silikonspray oder einem Schmiermittel arbeitest. Ebenfalls wirf ein Auge auf die Steckverbindungen und die Motoren. Feuchtigkeit ist kein gutes Zeichen und auch Ruckeln darf nicht vorkommen. Die Memory-Funktion kannst Du in regelmäßigen Abständen überprüfen und natürlich sollte der Innenraum Deines Fahrzeugs allgemein sauber sein.