Keyless Entry und Keyless Go bedeutet automatisches Öffnen und Starten eines Autos ohne Autoschlüssel. Darüber hinaus sorgen manche Keyless Go Systeme dafür, dass sich ein Fahrzeug automatisch verriegelt. Der Vorteil liegt darin, dass in Fahrzeugen mit Keyless Entry- Systemen kein physischer Schlüssel mehr benötigt wird. Kein lästiges Suchen mehr, denn es reicht, wenn sich der Keyless Go Autoschlüssel in der Nähe des Fahrzeugs befindet. Keyless Go bewirkt zudem das Starten des Motors per Knopfdruck, ebenfalls ohne Zündschlüssel. Zusatzfunktionen bestehen in einer Personalisierung und dem Speichern der individuellen Einstellungen für Sitz, Spiegel und Klimaanlage. Dank moderner Ultra Wide Band Technik UWB ist mittlerweile auch die Sicherheit gegenüber Diebstahl gewährleistet.
Wie die Namen bereits sagen, ist zwischen Keyless Entry und Keyless Go zu unterscheiden. Keyless Entry bedeutet das automatische Öffnen des Fahrzeugs und beinhaltet zudem, dass sich das Auto beim Verlassen automatisch verriegelt. Keyless Go wiederum, meint das Starten über einen Startknopf und ist eine Erweiterung von Keyless Entry. Öffnen und Starten werden in der Praxis aber oft kombiniert angeboten, weshalb auch der Begriff Keyless Entry and Start geläufig ist.
Keyless Entry | Keyless Go |
Fahrzeug öffnen und schließen ohne Schlüssel | Fahrzeug ohne Schlüssel öffnen, schließen und starten |
Motor startet zum Teil mit Zündschlüssel | Motor startet per Knopfdruck |
System erkennt die Nähe des Schlüssels im Außenbereich | System erkennt die Nähe des Schlüssels im Außenbereich und Innenraum |
Motor wird nicht freigegeben | Motor wird freigegeben |
einfaches System |
komplexeres System |
auch Kleinwagen und ältere Modelle | moderne Fahrzeug und ab Mittelklasse |
Risiko von Relay-Angriffen | geringeres Risiko dank UWB Schutz |
günstiger | teurer |
Je nach Hersteller werden für die Systeme unterschiedliche Namen verwendet, sodass bei einen Range Rover beispielsweise von Passive Entry/Start (PEPS) die Rede ist, VW von Keyless Access spricht, Audi einen Advanced Key bietet und Toyota die Bezeichnung Smart Entry nutzt. BMW nennt das System Comfort Access, Škoda und SEAT integrieren das System unter dem Namen KESSY und Renault spricht von einer Hands-Free Keycard.
Entwickelt wurde das Keyless Go System aus dem Funkschlüssel der 1980er Jahre. Seit den 1990er Jahren existieren auch Passive Keyless Entry Systeme, mit denen sich das Auto öffnen lässt, wenn sich der Keyless Go Autoschlüssel in der Nähe des Fahrzeugs befindet. Zu den Pionieren gehört die S-Klasse von Mercedes-Benz, die im Jahr 1999 das erste passive Keyless Entry System integriert hat. Zunächst handelte es sich um ein Features für Oberklasse- und Luxusfahrzeuge, mittlerweile bieten auch Modelle aus der Mittel- und Kompaktklasse Keyless Entry und Keyless Go.
Der Aufbau eines Keyless Entry und Keyless Go Systems ist komplex. Benötigt wird sowohl ein Keyless Go Schlüssel oder Transponder als auch ein Modul für die Datenübertragung, ein Empfänger sowie ein Steuergerät. Sofern Dein Fahrzeug eine Zentralverriegelung besitzt, kannst Du Keyless Go auch nachrüsten, was allerdings nur in einer Werkstatt funktioniert und viel technisches Know-how erfordert.
Die Basis für ein funktionierendes Keyless Go System ist die Kommunikation zwischen dem Schlüssel bzw. Transponder und dem Fahrzeug. Der Keyless Go Autoschlüssel enthält bereits ein hohes Maß an Technologie, darunter sowohl einen UHF-Sender als auch einen Li-Empfänger aber auch einen Speicher, Mikrocontroller und einen Chip zur Verschlüsselung sowie einen Zufallszahlengenerator für den Keyless Go Schutz. Zeitgemäße Systeme nutzen den LF-Bereich mit rund 125 Khz für die Lokalisierung sowie UHF auf den Frequenzen 315, 433 und 868 MHz für den Austausch von Daten. Die Abkürzung LF bedeutet Low Frequency, also ein Niederfrequenzband, während UHF für die Ultra High Frequency steht. Durch die Kombination der Frequenzen wird einerseits der Schlüssel erkannt und lokalisiert (LF), andererseits lassen sich sicher Daten verschlüsselt übertragen (UHF). Im Fahrzeug aktiviert das erkannte Signal des Schlüssels unter anderem die Zentralverriegelung aber auch die Motorsperre und bei manchen Schlüsseln werden auch Profile für die Sitzeinstellung und Klimaanlage etc. abgerufen.
Im Alltag bekommst Du von den Hightech-Abläufen natürlich nichts mit, sondern nutzt einfach die praktischen Vorteile von Keyless Go. Die Kommunikation zwischen Deinem Schlüssel und dem Fahrzeug erfolgt durch regelmäßige Abfragen, wobei sowohl die Türgriffsensoren als auch die LF-Empfänger aktiv bleiben. Sobald Du die Türgriffe berührst oder in der Nähe bist wird die Authentifizierung abgefragt. Mit anderen Worten erkennt das Fahrzeug, dass sich ein Autoschlüssel nähert und findet heraus, von wo dies geschieht. Um Dich zu Authentifizieren wird eine Schlüssel-ID via Kryptografie verschlüsselt und ausgetauscht. Die Lokalisierung ist deshalb wichtig, weil es einen Unterschied macht, ob der Schlüssel bereits im Auto ist und Keyless Go aktiviert werden soll oder ob der Schlüssel erst die Türen öffnet.
Die Vorteile von Keyless Go Systemen sind vielfältig. Vorrangig ist sicherlich der Verzicht auf einen klassischen Autoschlüssel. Du musst nicht mehr danach suchen, Du musst diesen weder ins Türschloss noch ins Zündschloss stecken und kannst den Keyless Go Schlüssel einfach in Deiner Hosentasche lassen. Dies gilt auch bei Dunkelheit, sodass Du nicht mehr aufwändig suchen musst und erleichtert auch das Öffnen des Fahrzeugs mit Handschuhen oder in Situationen, in denen Du die Hände voll hast. Neben dem erhöhten Komfort geht es auch schneller, denn Du sparst mit jedem Öffnen des Fahrzeugs einige Sekunden, was sich summieren kann. Für ältere Menschen oder Personen, die in ihrer Bewegung eingeschränkt sind, bietet der Verzicht auf umständliches Kramen und das Bewegen des Schlüssels im Schloss ebenfalls Vorteile.
Ein weiterer Pluspunkt besteht im geringeren mechanischen Verschleiß. Ein Keyless Entry und Start System arbeitet rein elektronisch, sodass keine Schlösser in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch das Enteisen im Winter entfällt und natürlich blockiert ein rein elektronisches Schloss nicht so leicht, wie es bei einem mechanischen Schloss hin und wieder passieren kann.
Die Elektronik in einem Keyless Go System geht aber noch weiter und ermöglicht das personalisierte Nutzen durch verschiedene Personen. Alle Fahrer:innen können individuelle Schlüssel mit ihren Einstellungen erhalten und es lassen sich im Bereich von Carpools, Firmenwagen oder beim Carsharing auch Geschwindigkeitsbegrenzungen integrieren. Wenn Du auch noch Remote-Funktionen integrierst, lässt sich Dein Fahrzeug vor der Fahrt zudem klimatisieren. Zuletzt steigt der Wert Deines Fahrzeugs durch Keyless Entry und Keyless Go.
In der Vergangenheit ist dem Keyless Go Schutz großes Augenmerk zugekommen. Ältere Systeme wurden in den vergangenen Jahren immer wieder von Dieben angegriffen, die auf diese Weise Zugang zum Fahrzeug erhielten.
Vor allem gefürchtet waren Relay Attacken, bei denen die Reichweite verlängert wird. Das Prinzip nutzt das reine Überprüfen der Richtigkeit eines Schlüssels und nicht der Entfernung. So kommt es, dass ein Dieb nahe Deinem Haus oder Deiner Wohnung das Signal abgreift, die Reichweite verlängert und ein weiterer Dieb in der Nähe des Fahrzeugs das verlängerte Signal empfängt und damit das Fahrzeug öffnet. Das reine Verlängern des Funksignals hinterlässt keine Spuren und arbeitet mit Reichweiten von bis zu 100 Meter, was bereits mit einfachen Relay-Kits, Smartphones oder speziellen Radios möglich ist.
Moderne UWB Systeme erhöhen die Sicherheit von Keyless Entry und Keyless Go. Der Grund liegt in der zweifachen Überprüfung: einerseits der Echtheit des Schlüssels, andererseits von dessen Entfernung. UWB enthält eine Entfernungsmessung im Nanosekunden-Bereich und registriert somit selbst minimale Verzögerungen, die beispielsweise bei einer Relay Attacke auftreten. Eine Nanosekunde entspricht rund 30 Zentimeter Entfernung, womit die Messung überaus genau ausfällt. So kann ein versuchter Betrug schnell entlarvt werden und das Fahrzeug öffnet sich nicht. Des Weiteren erkennt UWB auch, wenn ein Signal reflektiert wird und nicht direkt erfolgt.
Das Risiko von Relay Attacken lässt sich dies durch eine Keyless Go Schlüssel Box zuhause, die keine Signale durchlässt und somit ein Auslesen unmöglich macht. Zudem lässt sich bei manchen Schlüssel Keyless Go deaktivieren. Wenn Du kannst, parke Dein Fahrzeug in einer abschließbaren Garage oder entferne bei Nichtnutzung die Batterie aus dem Schlüssel. Auch möglich ist der Einbau einer Diebstahlsicherung oder eines Lenkradschlosses.