

Die Adaptive Cruise Control oder ACC hat sich als englischer Begriff auch in Deutschland etabliert. Auf Deutsch ließe sich auch Automatische Distanzregelung oder Abstandsregeltempomat zu dem System sagen, wobei durchweg dieselbe Technologie gemeint ist. Kennzeichnend ist der adaptive Aspekt, der über die reine Funktion eines Tempomats hinausgeht. Eine automatische Distanzregelung ACC regelt nicht nur die Geschwindigkeit, sondern erkennt auch den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und passt diesen an. Auf diese Weise wird das Risiko von Auffahrunfällen minimiert. Als Meilenstein in der Entwicklung gilt die Distronic oder Distronic Plus von Mercedes Benz aus dem Jahr 1999, die erstmals mit aktiver Geschwindigkeitsbegrenzung arbeitet und zudem Radar-Technologie nutzt.
Die Adaptive Cruise Control (ACC) ist ein System zur automatischen Anpassung von Geschwindigkeit und Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Eingesetzt wird dieses sowohl bei schnellen Fahrten auf der Autobahn als auch im Rahmen einer Stop and Go Funktion im Stau. Dabei lässt sich die Geschwindigkeit individuell in einem Geschwindigkeitsbereich bis 200 km/h, teilweise sogar 210 km/h einstellen. Entwickelt wurde das System in den frühen 1990er Jahren, wobei unter anderem die Mitsubishi Electric Corporation erste Lidar Systeme entwickelt hat und Bosch und Mercedes Benz Ende der 1990er Jahre eine Weiterentwicklung mit Radartechnologie präsentierten. Das erste Fahrzeug mit einer Adaptive Cruise Control war die Mercedes Benz S-Klasse (W220) des Jahres 1999. Zu den technischen Weiterentwicklungen gehören die Integration automatischen Abbremsens sowie das Fahren im Stop and Go Verkehr, das mitunter auch als Stauassistent bekannt ist.
Die Adaptive Cruise Control funktioniert im Zusammenspiel zwischen unterschiedlichen Sensoren und Eingriffen in das Beschleunigungs- und Bremsverhalten. Damit ist die ACC ein Schritt in Richtung autonomen Fahrens.
Ausgangspunkt der Technologie sind Sensoren, die den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug erkennen. Aktueller Stand der Technik sind Lidar- oder Radar-Systeme. Dabei erkennt das System Fahrzeuge bis zu einem Abstand von 200 bis 250 Meter. Zum Einsatz kommen dabei so genannte Fernbereichsradare mit Hochfrequenzwellen im Bereich 77 Ghz, wobei die Bauteile in eine Handfläche passen und entweder in der Stoßstange oder hinter dem Kühlergrill platziert werden. Gearbeitet wird mit drei bis vier so genannten Radarkeulen, um eine möglichst breite Erfassung zu gewährleisten.
Die physikalisch wirksame Größe ist der Doppler-Effekt, bei dem sich die Wellenlänge verändert, wenn sich die Quelle der Wellen und der Sensor relativ zueinander bewegen. Bei einer Annäherung werden die Wellen gestaucht, bei mehr Entfernung dehnen sie sich aus.
Das automatische Beschleunigen und Bremsen richtet sich nach den zuvor individuell eingestellten Werten. Die Sensor-Regler-Einheit oder Sensor-Control-Unit (SCU) berechnet die notwendige Anpassung und sorgt dafür, dass entsprechend Gas gegeben oder abgebremst wird. Auch möglich ist ein Eingriff ins Getriebe, sofern es sich um ein Automatikfahrzeug handelt.
Eine Erweiterung der Adaptive Cruise Control ist die Stop and Go Funktion. Diese arbeitet auch bei geringen Geschwindigkeiten und erleichtert das Fahren im Berufsverkehr oder Stau erheblich, da auch Geschwindigkeiten unter 30 km/h erfasst und geregelt werden.
Die Vorteile einer Adaptive Cruise Control (ACC) sind vielfältig. Der Komfort steigt deutlich an, da vor allem bei Fahrten auf der Autobahn nicht mehr selbstständig gebremst und beschleunigt werden muss, sondern das System die Aufgaben weitgehend übernimmt. Zudem steigt die Sicherheit, denn eine ACC hat kürzere Reaktionszeiten als die Fahrer:innen. Ein Nebeneffekt ist die höhere Konstanz beim Fahren und damit einhergehend eine Reduzierung des Energieverbrauchs. Dies alles bedeutet jedoch nicht, dass die Aufmerksamkeit nachlassen darf. Eine Adaptive Cruise Control ist kein System für autonomes Fahren, sondern lediglich ein Hilfsmittel.
Die Adaptive Cruise Control ist eine Weiterentwicklung des Tempomat, beinhaltet aber dessen Funktionen.
ACC | Tempomat | |
Funktion | automatisches Halten von Geschwindigkeit und Abstand | automatisches Halten der Geschwindigkeit |
Einsatzbereich | Stau, Stadtverkehr, Autobahn | vor allem Autobahn und freie Strecken |
Sensorik | Lidar oder Radar | keine |
Fahrzeuge | Mittel- und Oberklasse | auch in Kompaktfahrzeugen und Kleinwagen |
Die ACC arbeitet in aller Regel zuverlässig, gerät allerdings bei schlechten Wetterverhältnissen wie Regen, Nebel oder Schnee an ihre Grenzen. Selbiges gilt dann, wenn die Sensoren verschmutzt sind oder eine Verkehrssituation unübersichtlich ist, was beispielsweise in Baustellen der Fall ist.
Eingriff |
Bremsen bei Unterschreiten des festgelegten Abstands und automatisches Beschleunigen |
kein Eingriff |
Einschränkungen | schlechte Sicht durch Nebel, Regen oder Schnee, Verschmutzungen an den Sensoren | so gut wie keine |

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