
Der Kreuzungsassistent oder Kreuzungswarner dient der Verkehrssicherheit und hilft Dir zudem beim Abbiegen. Durch eine Kombination von Sensoren (Sensorfusion) wird das Fahrzeugumfeld überwacht, zudem erkennt der Assistent Querverkehr und Gegenverkehr und gibt eine Kollisionswarnung aus. Im Bereich der Fahrerassistenzsysteme handelt es sich um eine relativ neue Erfindung. Ein Kreuzungsassistent wird seit den 2010er Jahren integriert, wobei vor allem Fahrzeuge aus der Ober- und Mittelklasse im Fokus standen. Mittlerweile findet sich das System aber auch schon in manchen Kompaktwagen. Technisch ergeben sich viele Ähnlichkeiten zum Querverkehrsassistenten, zum Teil existieren auch Überschneidungen mit dem Abbiegeassistenten.
Ein Kreuzungsassistent im Auto vermeidet Unfälle an Kreuzungen und dient somit Deiner Sicherheit. Das System kombiniert eine Kollisionswarnung mit einer Notbremsfunktion und führt bei Bedarf eine automatische Bremsung durch. Auch, wenn Fahrzeuge oder auch Fußgänger:innen die Spur kreuzen, reagiert das System dank integrierter Radar Sensoren. Die Besonderheit der Kreuzungsassistent Funktion liegt in der permanenten Überwachung, die sowohl das Fahrzeugumfeld scannt als auch Daten zur eigenen Geschwindigkeit und Lenkwinkel, Fahrtrichtung und Fahrbahn sammelt und auswertet.
Technisch funktioniert ein Kreuzungsassistent durch die Kombination verschiedener Sensoren, die je nach System und Hersteller leicht variieren können. In den meisten Fällen ist eine Frontkamera beteiligt, die auch bei einem Notbremsassistenten verwendet wird. Diese erkennt sowohl die Fahrbahnmarkierungen als auch Verkehrsschilder sowie das Geschehen vor der Windschutzscheibe und nutzt gleichzeitig das Steuergerät zur Bilderkennung und -auswertung. Bei Dunkelheit und schlechter Sicht wird auch ein Radar mit Reichweiten im Bereich von rund 200 Meter genutzt, der exakt Entfernungen misst. Die Weiterentwicklung ist ein LiDAR mit Laserlicht und einer noch höheren Genauigkeit und für den Nahbereich kommen Ultraschallsensoren ins Spiel. Teilweise nutzen Kreuzungsassistenten auch die Navigation, um zu „wissen“, wann eine Kreuzung bevorsteht.
Sämtliche durch die so genannte Sensorfusion gesammelten Informationen werden im mittels verarbeitet und es werden Prognosen über den weiteren Verlauf der Fahrt erstellt und beurteilt. Hieraus entsteht eine , die von einem einfachen Symbol im Display über Warntöne bis hin zu haptischem Feedback und schließlich einer Vollbremsung, teilweise auch einem Eingriff in die Lenkung, führen können.
Trotz der Namensgebung ist ein Kreuzungsassistent nicht allein auf Kreuzungen beschränkt, sondern erkennt Gefahren auch in den folgenden Situationen:
Ein Kreuzungsassistent ist so ausgelegt, dass Gefahren frühzeitig erkannt werden. Entsprechend steht die automatische Notbremsung auch erst am Ende einer Reihe von Stufen, mit denen gewarnt wird. Die Hersteller unterscheiden sich teilweise voneinander, doch in den meisten Fällen wird bei möglicher Gefahr zunächst ein Warnsymbol im Display angezeigt. Sofern Dein Fahrzeug ein Head-Up-Display besitzt, erfolgt die Anzeige meist hier.
Sofern Du nicht reagierst, folgt eine akustische Warnung, die auch in Form von Sprache möglich ist. Auch vibriert das Lenkrad und Du erhältst einen Impuls am Bremspedal, zugleich steigt der Bremsdruck. Wird die Bremse im Notfall nicht selber betätigt, so übernimmt das System und führt eine Vollbremsung durch. Auch möglich ist ein aktives Eingreifen in die Lenkung, sofern dieses Feature integriert ist.
Die Vorteile eines Kreuzungsassistenten liegen vor allem in einem erhöhten Sicherheitsniveau. Das System vermeidet in erster Linie Unfälle oder Kollisionen, schützt dabei aber auch Radfahrer:innen und Fußgänger:innen. Zudem erhältst Du Unterstützung beim Abbiegen, sowohl zur rechten als auch zur linken Seite. Weitere Vorteile liegen in besserer Sicht bei Dunkelheit sowie Regen oder Schnee. Kann eine Kollision nicht vermieden werden, so reduziert ein Kreuzungsassistent die Geschwindigkeit, mit der diese erfolgt und damit einhergehend die Folgen. Aus all dem resultiert eine erhöhte Verkehrssicherheit.
Der Kreuzungsassistent ist in seinen Funktionen eng mit dem Abbiegeassistent und dem Totwinkelassistent verwandt. Bei näherem Hinsehen offenbaren sich jedoch einige Unterschiede:
Kreuzungsassistent | Abbiegeassistent | |
Kollisionsvermeidung auf Kreuzungen | Kollisionsvermeidung beim Abbiegen | Vermeiden eines Toten Winkels und Erkennen von Fahrzeugen |
Geschwindigkeiten bis ca. 80 km/h | niedrige Geschwindigkeiten | ab ca. 20 km/h, auch bei hohem Tempo |
Kreuzungen und Einmündungen | Abbiegen | Spurwechsel während der Fahrt |
Kamera, Radar, Lidar, Ultraschall, Navigation | Kamera, Radar, Ultraschall | Kamera, Radar |
umfangreiche Sensorfusion | begrenzte Sensorfusion | begrenzte Sensorfusion |
hohe Komplexität | mittlere Komplexität | geringere Komplexität |
Der Kreuzungsassistent findet sich sowohl in LKW als auch in PKW verschiedener Hersteller. In früheren Jahren handelte es sich noch um ein Luxusfeature, mittlerweile ist der Assistent auch bei Kompaktfahrzeugen Teil der Assistenzpakete. Beispiele hierfür sind Mercedes-Benz C-Klasse, E-Klasse und S-Klasse sowie verschiedene SUV und Elektroautos. Bei BMW sind es der 5er und 7er, bei Audi der A6, A7 und A8, zudem verschiedene Fahrzeuge von Lexus, Toyota, Hyundai oder Kia. Zu den Kompaktmodellen gehören VW Golf, Honda Civic oder auch der Tesla Model 3.
Der Kreuzungsassistent ist ein sehr weitreichendes Assistenzsystem mitsamt Sensorfusion. Sowohl das Umfeld als auch die aktuelle Verkehrssituation werden sicher erkannt und das Fahrzeug über ein Steuergerät zum Reagieren gebracht. Eine Kreuzung fungiert aufgrund ihrer Komplexität gewissermaßen als „Showcase“ für autonomes Fahren. Diese Technologie nutzt dieselben Sensoren, geht aber mit Funktionen wie der Routenplanung und komplett autonomem Fahren in allen Verkehrssituationen deutlich weiter.
Ein Kreuzungsassistent erhöht Deine Sicherheit und verhindert Unfälle sowohl beim Einbiegen als auch auf Kreuzungen sowie Kreisverkehren. Bedeutsam ist dieses Assistenzsystem sowohl im Stadtverkehr als auch auf der Landstraße. Angesichts der aktuellen Entwicklung und der ohnehin vorhandenen Sensoren sowie Sensorfusion ist damit zu rechnen, dass noch mehr Fahrzeuge dieses Feature integrieren.

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