

Ein PKW Sitz mit Massagefunktion findet sich heutzutage in vielen Fahrzeugen der Oberklasse. Mitte der 2020er Jahre ist dieses Feature immer noch etwas Besonderes und wird meist nur gegen Aufpreis integriert. Abgesehen von einigen Vorläufern, die bis in die 1950er Jahre zurückreichen, gelten die aktiven Multikontursitze von Mercedes-Benz als Initialzündung im Bereich Massagesitze. Ab 2000 wurde die S-Klasse mit entsprechenden Sitzen ausgestattet, es folgten die Oberklasse-Modelle von Audi, Lexus und BMW sowie Genesis und auch in größeren SUV sowie einigen Fahrzeugen der Mittelklasse wie dem DS 7 Crossback oder dem GWM ORA 03 sind Massagefunktionen integriert. Volkswagen bietet eine entsprechende Funktion unter dem Namen ergoActive, unter anderem für den ID.7.
Ein PKW Sitz mit Massagefunktion arbeitet mit kleinen Luftpolstern, die im Sitz integriert werden. Diese Luftkammern werden über eigene Kompressoren entweder mit Luft gefüllt oder es wird Luft abgelassen, wodurch ein Massageeffekt erzielt wird. Die Steuerung ist recht fein und kann sowohl Rolleffekte als auch Kneten und Druck sowie Vibrationen simulieren. Für die Funktionen erforderlich sind sowohl die Polster als auch Sensoren, die den Druck feststellen. Des Weiteren muss eine Anbindung an ein Steuergerät vorhanden sein, damit die einzelnen Funktionen genutzt werden können.
Je nach Fahrzeug variiert die Zahl der Luftkammern. Ein einfaches System besitzt vier Kammern, im Premium- Bereich können es aber bis zu 19 und mehr Kammern sein. Auf diese Weise werden Massagen nicht nur im Lordosen- bzw. Lendenwirbelbereich verabreicht, sondern über die gesamte Sitzfläche. In den Genuss kommen:
Die Funktionen der Massagesitze im Auto sind vielfältig und werden zum Teil mit weiteren Komfortfunktionen kombiniert. So entstehen regelrechte Wellness-Oasen, bei denen Massagen mit Klängen, Wärme, Duft und Ambientebeleuchtung zu vitalisierenden oder beruhigenden Programmen werden. Natürlich ist dies nur in Luxusfahrzeugen der Fall, doch einfache Vibrationen sind auch schon ab der Mittelklasse erhältlich. Darüber hinaus nutzen die für vitalisierende Massagen und eine erleichterte Weiterfahrt.
Möglich sind unter anderem die folgenden Massageformen:
Massageform | Technologie | Effekt |
Rollmassage | Luftkammern blasen sich von unten nach oben auf | klassische Rückenmassage |
Knetfunktion | abwechselnder Druck auf der rechten und linken Seite | Lockerungsmassage |
Entspannungsmassage | Wellenbewegung von oben nach unten oder langsame Bewegungen | Entspannung und Durchblutungsanregung |
Druckpunktmassage | Gezieltes und punktuelles Aktivieren einzelner Luftkammern | Lösen von Verspannungen |
Schultermassage | Luftkammern im Schulterbereich werden aktiviert | Entlastung von Schulter und Nackenbereich |
Wärmemassage | Kombination aus Massage und Sitzheizung | Wärmetherapie |
Energizing Comfort | Kombination mit Ambientebeleuchtung, Wärme, Massage und Musik sowie Duft | ganzheitliche Wellness |
AIR BALANCE | Kombination mit Duft | Aromamassage |
In Zukunft werden noch deutlich mehr Massageprogramme erwartet. Die Entwicklung geht eng mit der autonom fahrender Autos einher, sodass Du möglicherweise irgendwann in ein Fahrzeug steigst und Dich während der Fahrt medizinisch massieren lassen kannst. Wenn das Auto von selbst fährt, ist dies auch im Liegen möglich.
Ebenfalls zu den Zukunftsvisionen zählen Fahrzeuge, die Deine biometrischen Daten wie Stresslevel oder Ermüdung erfassen und Massage, Beleuchtung etc. automatisch daran anpassen.
Massagesitze im Auto bieten eine Reihe von Vorteilen. Diese dienen nicht nur dem Komfort, sondern indirekt auch der Sicherheit sowie natürlich der Gesundheit. Zu nennen sind:
Ein PKW Sitz mit Massagefunktion gefällt allen Fahrer:innen. Es existieren jedoch Zielgruppen, die in besonderem Maße hiervon profitieren. Zu nennen sind unter anderem Berufsfahrer:innen und Personen, die viel auf der Langstrecke unterwegs sind. Es geht dabei weniger um den reinen Wellness-Effekt als darum, die negativen Effekte des zu langen Sitzens zu kompensieren oder zumindest zu reduzieren.
Massagesitze sind deutlich komplexer als ein normaler Autositz. Aus diesem Grund bedarf es auch zusätzlicher Wartung, denn eine Reparatur kann teuer werden. Grundsätzlich wird eine hohe Lebensdauer von mindestens zehn Jahren prognostiziert, wenn Du Dich an einige Tipps hältst. Das A und O ist das Reinigen der Oberflächen. Nutze hierfür einen Staubsauger oder – im Falle von Ledersitzen – ein mildes Reinigungsmittel. Wichtig ist, dass keine Flüssigkeiten in die Fugen der Sitze gelangen, denn diese könnte in die Elektronik eindringen. Auch solltest Du die Massagefunktion mindestens einmal in der Woche aktivieren, damit sie beweglich bleibt. Bei ungewöhnlichen Geräuschen musst Du in die Werkstatt, um Folgeschäden abzuklären und zu vermeiden.

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