

Mit dem Nachtsichtassistent lassen sich Hindernisse im Dunkeln frühzeitig erkennen. Die Systeme stammen ursprünglich aus dem militärischen Bereich und werden ab den 2000er Jahren auch zivil in PKW genutzt. Zu unterscheiden ist ein passiver Nachtsichtassistent von einem aktiven System, das eigenständig Infrarotlicht ausstrahlt und eine Spezialkamera mitsamt Schwarz Weiß Bild nutzt. Der passive Nachtsichtassistent arbeitet analog zu einer Wärmebildkamera, während ein aktiver Assistent ein deutlich schärferes Bild erzeugt. Der Vorteil beider Systeme liegt in einer besseren Erkennung von Personen, Tieren oder Hindernissen auf der Fahrbahn, die mit dem bloßen Auge oder der herkömmlichen Beleuchtung nicht so leicht erkannt worden wären. Zudem beträgt die Reichweite bei einem Nachtsichtassistent 100 Meter bis 300 Meter, was sonst nur mit Laserlicht einiger weniger Hersteller gelingt.
Wie der Name bereits sagt, ist ein Nachtsichtassistent eine Technologie, die auch bei fehlendem Licht Hindernisse auf der Fahrbahn erkennt. Anders, als beim Fernlicht, wird mit Infrarotlicht gearbeitet, das für Menschen nicht sichtbar ist. Entsprechend kann der Nachtsichtassistent immer eingeschaltet bleiben, weil es niemanden blendet.
Entwickelt wurden die ersten Nachtsichtsysteme vom Militär in den 1960er und 70er Jahren, vor allem in Flugzeugen aber auch Überwachungssystemen. In Autos machte der Cadillac DeVille des Jahres 2000 den Anfang, war jedoch nicht auf dem deutschen Markt erhältlich. Parallel entwickelt auch Toyota entsprechende Systeme und hierzulande wurde das erste Nachtsichtgerät im Mercedes-Benz S-Klasse im Jahr 2005 verbaut. Schon bald folgten weitere Premium-Hersteller wie Volvo oder BMW und mittlerweile findet sich die Technologie bei einer Reihe von Herstellern. Bislang ist der Nachtsichtassistent kein verpflichtendes System und muss darüber hinaus auch den geltenden Regularien für Beleuchtung in Fahrzeugen entsprechen.
Beim Nachtsichtassistent ist zwischen einem passiven und einem aktiven System zu unterscheiden. Das passive System nutzt die vorhandene Infrarotstrahlung von Menschen oder Tieren und stellt diese als Schwarz Weiß Bild im Kombiinstrument oder Head Up Display dar. Die Grenzen des passiven Systems liegen in dessen Nutzung von Wärme. Aus diesem Grund werden unbelebte Gegenstände wie Steine oder Äste nicht angezeigt. Des Weiteren ist die Bildqualität nicht so gut, wie bei einem aktiven System.
Der aktive Nachtsichtassistent strahlt über die vorhandenen LED-Scheinwerfer eigenes Infrarotlicht aus und sorgt so für eine bessere Ausleuchtung der Straße. Moderne Systeme gehen noch einen Schritt weiter. Die Infrarotkamera erkennt in diesem Fall Personen, die heller dargestellt werden und zudem durch spezielle Umrandung auf dem Display kenntlich gemacht werden. Möglich wird dies auch durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Bilderkennung, die typische Formen wie einen Kopf oder Beine sowie typische Bewegungen identifiziert.
Möglich ist eine Kombination aus Nachtsichtassistent und Notbremsassistent oder auch dem adaptiven Geschwindigkeitsregler (ACC). Auf diese Weise werden Gefahren in Dunkeln nicht nur erkannt, sondern es wird gleich automatisch reagiert.
Eingeschränkt wird die Funktion durch die Sensoren, die nicht immer in der Lage sind, Nebel oder starken Regen zu durchdringen. Zudem dürfen die Scheiben, hinter denen die Sensoren liegen, nicht stark verschmutzt sein. Ein weiterer eventueller Nachteil liegt in den aktuell noch hohen Kosten für die Integration eines Nachtsichtassistenten.
Angezeigt wird das Bild aus dem Nachtsichtassistenten direkt im Display, wahlweise im Kombiinstrument oder im Head Up Display. Selbiges gilt auch für die farbigen Markierungen, die je nach System auch mit akustischen oder optischen Warnungen kombiniert werden können. Zu beachten ist dabei, dass die Objekte vom Nachtsichtassistent bereits erkannt werden, bevor sie ins Blickfeld für das menschliche Auge oder die reguläre Beleuchtung gelangen.
Die Vorteile der Nachtsichtassistent sind vielfältig und liegen vor allem in einer Erweiterung des Sichtfeldes bei Dunkelheit. Auf diese Weise besteht mehr Reaktionszeit für die Fahrer:innen, sobald Hindernisse auftauchen oder es wird in Kombination mit dem Notbremsassistenten automatisch abgebremst. Die erhöhte Sicherheit betrifft nicht nur den eigenen PKW, sondern auch Fußgänger:innen und Tiere, die die Fahrbahn kreuzen. Insbesondere auf Landstraßen haben sich entsprechende Systeme bewährt.

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